Reboarder – Eine Entscheidung fürs Leben

Ein frohes und tolles neues Jahr wünsche ich Euch!

Das Jahr 2015 beginnt mit einem ernsten und sehr wichtigen Thema, an dem sich immer noch Geister scheiden, die sich definitiv nicht scheiden sollten. Es geht um das Thema Sicherheit im Auto für Babies und Kleinkinder.

Alle Kinder, die noch keine 150cm groß sind, müssen in einem Kindersitz oder auf einer zugelassenen Erhöhung sitzen, damit der 3-Punkt-Gurt genauso verläuft wie bei einem Erwachsenen. Das Alter des Kindes spielt hierbei keine Rolle. (Quelle: ADAC)

Bei einem kleinen Baby gibt es mit der Babyschale z.B. von MaxiCosi oder Cybex etc. so gut wie keine Alternative zum Rückwärtsfahren. Dieser Blogbeitrag soll aufzeigen, warum es lebenswichtig ist, dass Kinder bis ca. 3-4 Jahren rückwärtsgerichtet im Auto fahren.

Das wichtigste Argument ergibt sich schon alleine aus der Physik. Stellt Euch vor, Ihr fahrt jemandem hinten drauf. Was passiert? Richtig, Euer Kopf und Oberkörper schleudert nach vorne. Deswegen gibt es am Steuer und am Armaturenbrett Airbags, die diesen heftigen Schlag auffangen und abmildern sollen. Das ist bei einem erwachsenen Menschen schon sehr schlimm und kann zum Tod führen, auch mit Airbag. Ähnliches gilt, wenn Euch jemand hinten drauf fährt.

Wenn ihr Euch nun mal ein Kind anschaut, dann fällt auf, dass der Kopf im Vergleich zum restlichen Körper noch sehr groß und somit auch sehr schwer ist. Zudem ist natürlich die Rücken- und Nackenmuskulatur noch nicht vollständig entwickelt. Das heißt konkret: Sitzt ein kleines Kind mit Blick nach vorne in einem Auto, schleudert der schwere Kopf nach vorne.

Bei einem Frontalcrash mit 50 km/h kann eine Streckkraft von 300 Kilogramm auf den Nacken des Kindes wirken. Bereits die Hälfte der Kraft kann zu Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmungen oder sogar zum Tod führen.

Bei einem rückwärtsgerichteten Sitz, auch Reboarder genannt, passiert das nicht. Auch sonst gibt es keine Nachteile, die ein Reboarder hat. Warum also fahren sehr viele Kleinkinder in einem vorwärtsgerichteten Sitz?

Argument 1: „Mein Kind weint/quengelt immer in der Babyschale/Reboarder, weil es nichts sieht!“

Das Kind sitzt in einem Reboarder sehr viel höher als in der Babyschale und kann aus dem sehr großen Rückfenster sehr viel mehr sehen, als durch die beiden Vordersitze hindurch durch die Windschutzscheibe. Besser wird es noch, wenn man einfach einen kleinen Spiegel (gibt es schon für 10€) an der Kopstütze vor dem Kind anbringt, sodass das Kind seine Eltern auch gut sehen kann und keine Angst haben braucht. Zudem berichten mir auch viele Eltern ohne Reboarder, dass die Kinder sich sehr an dem Fangkörper der vorwärtsgerichteten Kindersitze stören, weil sie sich eingeengt fühlen.

Argument 2: „Ein Reboarder ist mir zu teuer und schneidet nicht so gut in Testberichten ab.“

Ein Reboarder muss nicht zwangsläufig teurer sein als ein anderer Kindersitz mit Blick nach vorne. Es gibt immer mal wieder Angebote (z.B. auf www.zwergperten.de), die preislich durchaus mithalten können. Ein günstiger und zudem noch sehr platzsparender Reboarder ist z.B. der Axkid Minikid, bei dem noch nicht einmal Isofix benötigt wird und der selbst in einen 4er Golf hineinpasst (selber getestet). In schwarz hat er uns gerade einmal 309€ gekostet. Auch sehr beliebt ist der Cybex Sirona (2015 oder Plus). Der eben genannte Axkid Minikid geht z.B. bis 25kg und ist somit sehr lange nutzbar. 

Das Thema Testberichte ist so eine Sache. Wer sich genau anschaut, was dort bewertet wird, wird feststellen, dass das Thema Sicherheit immer mit der höchsten Note bewertet wird. Bewertet wird auch der Einbau des Sitzes und ja, dies nimmt schon mal 15-20 Minuten und das Lesen eines Handbuches in Anspruch. Aber ich denke, dass uns das allen wert sein sollte, oder? Auch hier kann ich wieder die Zwerperten sehr empfehlen. Sie beraten auch am Telefon, haben auf der Webseite alle Infos und auch Videos zum Einbau und auch Testberichte! Schaut dort doch einfach mal vorbei.

Auch der Preis wird dort bewertet und der ist bei vielen Reboardern höher als bei einem „normalen“ Kindersitz. Darüber hinaus gibt es auch immer die Möglichkeit des Gebraucht-Kaufens.

Auch gut zu wissen: In Skandinavien sind Reboard Kindersitze bereits gang und gäbe. Auch die aktuellen Unfallstatistiken sprechen für diese Art der Platzierung des Kindes. Versuche haben gezeigt, dass in einem Reboard Sitz die Gefahr schwerster Verletzungen um 90% gesenkt wird. In Schweden, wo nach vorne gerichtete Kindersitze mittlerweile die Ausnahme sind, ist in den letzten 40 Jahren kein einziges Kind in einem gegen die Fahrtrichtung gerichteten Reboard Sitz gestorben.

Wer noch mehr Infos braucht, klickt einfach mal diesen Link hier an. Auch der ADAC schreibt dazu. Wer keine Lust auf Lesen hat, der schaut einfach hier:

oder hier:

Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar sehr wichtige Gedanken näher bringen. Wenn ihr Fragen habt, dann fragt einfach!

Gute Fahrt!

Euer Raupenkind

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