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Passt die KonMari Methode zu einem Zuhause mit Kindern

Marie Kondo mit ihrer KonMari-Methode um Ordnung in das größte Chaos zu schaffen, ist in aller Munde. Überall wird aussortiert und aufgeräumt, gefaltet und optimiert. Aber wie sieht es in einem Zuhause mit Kindern aus?

Jeder, der Kinder hat, weiß, wie chaotisch das Leben und ein Zuhause mit Kindern sein kann. Passt da eine solche Optimierungsmethode überhaupt rein oder ist sie nur etwas für Singles und Paare?

Marie Kondo wurde durch ihr Buch: „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ berühmt. 

Seit 2019 hat sie sogar ihre eigene Netflix Serie, in der sie den unterschiedlichsten Menschen, auch Familien, hilft, ihr Chaos zu beseitigen.

Was ist die KonMari Methode?

Die Methode der Japanerin, die selber Mutter 2er Töchter ist, ist schnell erklärt. Man teilt seinen Hausstand in Kategorien, wie z.B. Kleidung, Küche, Dokumente/Papierkram und Erinnerungen. Dann wirft man alles aus einer Kategorie auf einen großen Haufen und nimmt JEDES Teil in die Hand und fragt sich, ob einen dieses Teil noch glücklich macht. Wenn ja, dann bleibt es. Wenn nicht, dann kann man es spenden, verschenken oder wegwerfen, wenn es wirklich nicht mehr zu gebrauchen ist.

Ihr seht, hier wird nicht nach Zimmern oder Schubladen vorgegangen, sondern nach Kategorien, denn diese sollen dann auch an einen Platz geräumt werden.

Das Schwerste sind vermutlich die Erinnerungen, aber auch da gibt es einen kleinen Trick. Man fragt sich, ob man sich an das Stück ansich oder einfach nur an das Gefühl, das einem das Stück gibt, erinnern möchte. Wenn es nur das Gefühl ist, dann kann man einfach ein Foto davon machen und den eigentlichen Gegenstand entsorgen.

Soll ich jetzt meinen halben Hausstand rauswerfen?

Wenn er dich nicht mehr glücklich macht, warum nicht? Was hält dich davon ab? Häufig wird kritisiert, dass man ja mit Kindern nicht so minimalistisch leben kann und dass man mit Kindern einfach gewisse Sachen braucht.

Das streitet auch Marie Kondo nicht ab. Es gibt Dinge, die man braucht und von denen braucht man sich auch nicht trennen. Der Gedanke hinter der KonMari Methode ist, dass man sich von unnützem Ballast frei macht. Dass man sich mal wieder einen Überblick über die Kleidung, die man im Schrank hat, verschafft.

Denn mal ehrlich, wie oft haben wir Teile im Schrank, die wir ein bis zwei Mal anhatten und immer wieder auf den richtigen Moment warten, um es zu tragen? Wir wissen beide, dass dieser Moment wahrscheinlich nie kommen wird und wenn doch, stimmt vielleicht die Größe nicht mehr.

Mein Anfang mit der KonMari Methode

Ich habe in den letzten Monaten immer mal wieder, wenn ich Zeit hatte die Methode angewendet und habe sehr viele Säcke verschenkt, gespendet und auch entsorgt. Ich habe mich immer gefragt, ob mich dieser Gegenstand wirklich glücklich macht, wenn ich ihn um mich habe und ob ich ihn tatsächlich noch brauche. Ich konnte es bei sehr vielen Dingen verneinen und je freier man sich von Gegenständen macht, die man nicht „mag“, umso leichter und glücklicher wird man.

Mein Kleiderschrank mit der KonMari Methode

Ein Glücksgefühl, das anhält

Und dieses Glücksgefühl hält an, denn im Alltag falte ich unsere Wäsche mit mehr Bedacht, denn ich weiß, dass das was wir haben, macht uns glücklich (und passt auch noch). Ich habe auch bei der Kinderkleidung so angefangen. Nicht mehr passende Sachen aussortiert, die Kleidung so gelegt und organisiert, dass Anna sich ihre Kleidung alleine nehmen kann. Es liegt nicht Überflüssiges mehr herum. Und das macht frei und glücklich und das nicht nur für ein paar Tage. Es verändert den Blick auf Dinge, auch auf Neuanschaffungen. Ich kaufe sehr viel weniger, einfach weil ich weiß, was ich alles besitze. 

So ist das auch mit Spielsachen. Ich bin mit Anna gemeinsam ihr Zimmer durchgegangen und habe aufgeräumt und geschaut mit welchen Sachen sie sich umgibt. Was ihr Freude macht, hat einen „besseren“ Platz bekommen, alles, womit sie nicht mehr spielt, wurde aussortiert (und für Niclas oder Freunde aufgehoben). Auch hat sie den Wert des Spendens erkannt. Sie sagte selber, dass sie so viele Sachen hat, mit denen sie nicht spielt, dass sie diese gerne „ärmeren Kindern“ schenken möchte. Das finde ich großartig.

Doch warum haben wir alle überhaupt so viel?

Wir leben, leider Gottes, in einer riesengroßen Wegwerfgesellschaft. Alles muss immer neu und toller und besser sein. Also wird gekauft und darauf gehofft, dass sich ein Gefühl der Befriedigung einstellt. Dieses Gefühl hält dann jedoch nur kurz an und ein neuer Impuls muss her.

Das ist ein Teufelskreis, der durch Instagram, Werbung etc. immer weiter gedreht wird. Wie kommt man da wieder raus? Durch Bewusstmachen was man hat, durch Wertschätzung und durch etwas mehr Demut. Unsere Ressourcen sind begrenzt und gerade unseren Kindern wollen wir doch eine Welt hinterlassen, die schön und ressourcen- und artenreich ist, oder?

Das funktioniert aber nicht, wenn man sich benimmt wie die Axt im Walde und denkt: „Nach mir die Sintflut!“

Ich kann mich bei einigen Dingen gar nicht herausnehmen. Ich kaufe mir auch immer das neueste iPhone, sobald es herauskommt, im Gegenzug esse und konsumiere ich im Alltag sehr bewusst und mit dem geringsten ökologischen Fußabdruck. Wir müssen gar nicht alle perfekt sein, aber auch Kleinigkeiten, wie der bewußte Umgang mit unserem Besitz, können wir an unsere Kinder weitergeben.

Die Faltmethode nach Marie Kondo ist nämlich auch für Kinder sehr leicht nachzumachen und kann im Team auch echt Spaß machen. Sie werden stolz darüber sein, ihre Sachen so ordentlich zusammenlegen zu können und lernen dadurch auch gleich mal den Arbeitsaufwand kennen, den ihr als Mütter/Väter sonst habt, wenn ihr den Haushalt machen müsst.

Alles hat seinen Platz, aber es muss nicht immer dort sein!

Dieses Zitat beschreibt gut einen Familienhaushalt. Ich muss jedoch sagen, dass es auch für Kinder leichter ist, Ordnung zu halten, wenn sie wissen, wo etwas hingehört. Es gibt ihnen, wie auch uns Erwachsenen Struktur und vereinfacht den Alltag, denn man muss nicht ständig einen neuen Platz suchen. Es kann fast wie automatisch ablaufen.

Eure Erfahrungen mit KonMari?

Kennt ihr die Methode? Habt ihr sie ausprobiert? Ich freue mich über Erfahrungsberichte.

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Hallo und herzlich Willkommen! Ich bin Carolin, 31Jahre jung und Mama von 2 wunderbaren Kindern. Ich studiere Jura, blogge über unser Familienleben in Berlin, über die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie und über allerlei Leckereien und schönen Dinge des Lebens. Ich wünsche Dir ganz viel Freude hier auf meinem Blog!

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