Seit einer Woche „Working Mom“ und wie man mit dem schlechten Gewissen umgeht

Naja, so ganz stimmt das nun auch wieder nicht, denn immerhin habe ich im letzten Jahr immer wieder gearbeitet, aber seit einer Woche sitze ich wieder im Büro, in meinem alten Job, jedoch mit vielen neuen Kollegen (ich weiß, dass einige mitlesen, also fühlt Euch lieb gegrüßt).

Ich arbeite 30 Stunden, verteilt auf 6h/Tag, meistens von 9-15:00 Uhr. Die erste Woche war eine Achterbahn der Gefühle. Der erste Tag war super aufregend und neu. Viele neue Gesichter und Namen, aber zum Glück auch alte Vertraute, Bekannte und Freunde. Ein neues Büro, ein neuer Computer, nichts funktionierte von Anfang an. Genauso wie damals, als ich vor 4 Jahren diesen Job begann. Vieles war noch sehr vertraut, vom Job her hat sich wenig verändert (was ich bis jetzt sagen kann) und ich wurde wirklich sehr sehr lieb begrüßt. Das Team ist toll, das war es auch damals schon. Meine Kollegen waren schon immer einer der Gründe, warum ich sehr gerne auf Arbeit gegangen bin und das hat sich nicht geändert. Inhaltlich wurde ich einfach ein wenig auf den neuesten Stand gebracht, so wie wohl überall üblich.

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Doch das hier wäre kein „Mommyblog“, wenn es nicht auch um Anna gehen würde. Im letzten halben Jahr ist sie jeden Tag von 9- max. 16:00 Uhr in die Kita gegangen. Wir haben zur Zeit einen Kitagutschein über max. 7h. Der neue Gutschein wurde schon lange beantragt, jedoch noch nicht ausgestellt. Wie sich das Ganze gerade zeitlich gestaltet könnt ihr Euch vorstellen, oder? In der letzten Woche bin ich regelmäßig 5:30 Uhr/6:00 Uhr aufgewacht, weil ich einfach nicht mehr schlafen konnte. Dann mache ich mich fertig, mache für uns 3 Frühstück und bringe Anna zu 8:15 Uhr in die Kita und fahre mit Tram und U-Bahn ins Büro und bin so kurz vor 9:00 Uhr dort. Ich arbeite dann bis 15:00 Uhr (eigentlich ohne Mittagspause, denn die müsste ich hintendran hängen), hetze zur Bahn und zur Tram um pünktlich 16:00 Uhr an der Kita anzukommen. Es kam letzte Woche öfter vor, dass ich zu dieser Zeit noch nicht mal was Richtiges gegessen hatte. Das merkte ich dann, denn wenn ich hungrig bin, bin ich ungeduldig. Mit einem Kleinkind ist das jedoch richtig blöd. Anna möchte Aufmerksamkeit, wenn ich sie abhole. Und sie möchte rutschen, toben, klettern, Sandkuchen backen etc. und das alles mit einer Mama, die nicht ungeduldig, gestresst oder einfach nur hundemüde ist. Letzte Woche hatte ich das große Glück, dass ein Mal die Oma gekommen ist und unsere Babysitterin einen Nachmittag mit Anna draußen verbracht hat. In dieser Zeit habe ich dann einfach mal die Wäsche gemacht und aufgeräumt. Mittlerweile kann ich dabei sogar ganz gut abschalten 🙂 Dennoch merke ich, dass mir um 18:00 Uhr die Augen zu fallen und ich hoffe, dass es ganz schnell 20:00 Uhr und somit Schlafenszeit für Anna ist. Dabei packt mich natürlich immer wieder das schlechte Gewissen und die Frage, ob es richtig war, wieder einzusteigen.

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Ich weiß, dass sich mein Körper an diese Umstellung auch erst gewöhnen muss und ich weiß, dass es dann besser wird, wenn der neue Kitagutschein da ist, denn dann gibt es für mich eine ordentliche Mittagspause oder eine halbe Stunde Pause nach der Arbeit um kurz aufzutanken. Um 17 Uhr schließt die Kita eh, also bleibt nicht so viel Luft nach hinten, aber es ist immerhin nicht mehr alles so eng gepackt.

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Hinzu kommt, dass ich in 2 Wochen eine Klausur schreibe und in 4 Wochen eine Hausarbeit (die aber schon fast fertig ist) abgeben muss. Bis dahin muss ich einfach stark sein und jede Unterstützung annehmen, die ich bekommen kann.

Viele werden sich jetzt auch fragen, was mein Mann in dieser Konstellation für eine Rolle spielt. Ich habe ja schon einmal darüber geschrieben, dass er ca. 12h täglich arbeitet und ich somit unter der Woche nur morgens auf seine Unterstützung zählen kann. Am Wochenende hat er dafür seine Papa-Tochter-Zeit, die ich dann zum Lernen oder Schreiben nutze.

Ich weiß, dass sich alles immer irgendwie finden wird und wir unseren Weg gehen werden.

Wie läuft es bei Euch? Arbeitet ihr Vollzeit oder gar nicht? Wie geht es Euch damit?

Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Euch,

Eure Caro

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